{"id":100,"date":"2019-12-15T15:46:01","date_gmt":"2019-12-15T14:46:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pietist.de\/?p=100"},"modified":"2019-12-21T15:19:21","modified_gmt":"2019-12-21T14:19:21","slug":"eine-wahre-pietisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pietist.de\/?p=100","title":{"rendered":"Vollendet &#8211; meine Erinnerung an Reinhard Bonnke"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 7. Dezember verstarb der pfingstkirchliche Prediger und Evangelist Reinhard Bonnke. In den sozialen Medien \u00fcberschlugen sich schnell die Hymnen auf den 79-j\u00e4hrigen. Als sp\u00e4ter Seiten wie Pro, Idea oder Jesus.de auch ein paar kritische T\u00f6ne anschlugen, war der \u00c4rger da. Nun ist es immer schwierig, Menschen angemessen zu beurteilen \u2013 wer kann das schon? Doch eines ist klar: Gerade solche, die die \u00d6ffentlichkeit suchen, werden auch \u00f6ffentlich diskutiert. Das ist einfach so. Und aus christlicher Perspektive kann man eigentlich auch an Hofberichtserstattung und dem Abfassen von Heiligenlegenden kein Interesse haben. Jeder Mensch hat Schattenseiten, die auch benannt werden d\u00fcrfen. Das bedeutet im Umkehrschluss nat\u00fcrlich nicht, dass eine \u00f6ffentliche Kritik als gottgegeben hingenommen werden muss. Gerade Bonnke wurde gerne in den Medien f\u00fcr Sachverhalte kritisiert, die eigentlich nur christlich zu nennen sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun war Reinhard Bonnke ohne Frage eine besondere Erscheinung. In Teilen Afrikas war er wohl das, was laut der renommierten Christianity Today ein Billy Graham in den USA war. Und das ist wirklich etwas Gro\u00dfes. Seltsamerweise erhielt er aber diese Resonanz zu keiner Zeit in Deutschland. Im Raum der Landeskirchen fand er so gut wie gar keine Anerkennung. Und auch in den evangelischen Freikirchen wurde er lediglich in der Pfingstbewegung gesch\u00e4tzt. Warum blo\u00df? Stimmt hier die Erfahrung, dass ein Prophet in seiner Heimat eben nichts gilt? Das w\u00e4re zu einfach. Ich denke, sein mangelndes Echo hatte einen einfachen Grund: Es lag \u2013 um es ganz vorsichtig zu sagen \u2013 in seinem gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Auftritt, den er jahrelang pflegte. So erinnere ich mich gut, wie ich als Student eine seiner Konferenzen besuchte. Das war nicht nur etwas eigen oder ein bisschen fremd, das war einfach schr\u00e4g. Wer sich heute bei Youtube umsieht, wird noch alte Videos von seinen Eurofire-Konferenzen finden. Kein Wunder, dass die bei uns nicht z\u00fcndeten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Viel sp\u00e4ter begegnete ich auch einem anderen Reinhard Bonnke. So sah ich k\u00fcrzlich Ausschnitte von seiner Evangelisation im Mai 2019 in der Hamburger Sporthalle. Und ich war wirklich angetan! Nat\u00fcrlich besa\u00dfen die Veranstaltung und sein Auftreten ein stark pentekostales Flair. Wer das nicht mag oder es nicht ausblenden kann, wird sich schwertun, Bonnke zu w\u00fcrdigen. Aber ohne Zweifel war da ein anderer, neuer Mann als ich ihn vor 30 Jahren erlebt hatte. In seiner Predigt war er eindeutig, in der Perfomance lebendig, in seiner Ausstrahlung \u00fcberzeugend \u2013 mir gefiel er gut. Wie diese Wandlung zu erkl\u00e4ren ist, vermag ich nicht zu sagen. Doch das wei\u00df ich: Wenn wir nur etwas von seinem Elan h\u00e4tten und weitergeben k\u00f6nnten, w\u00e4re uns sehr geholfen. Reinhard Bonnke hat seinen Marathon nun vollendet, m\u00f6ge es uns ebenso gelingen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum Weiterlesen: Gerhard Bially, Art. Bonnke, Reinhard, in: Heinz-Peter Hempelmann, Uwe Swarat et. al. (Hg.), Evangelisches Lexikon f\u00fcr Theologie und Gemeinde. Neuausgabe, Band 1, Holzgerlingen 2017, 997-998.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7. Dezember verstarb der pfingstkirchliche Prediger und Evangelist Reinhard Bonnke. 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